
Ich möchte Ihnen in diesem Beitrag von einem ganz besonderen Tag erzählen. Ich hatte einen wirklich erfolgreichen Termin und war nach vielen Stunden Verhandlung zwar erschöpft aber zugleich auch überaus zufrieden mit dem Ergebnis. An diesem Tag fasste ich den spontanen Besuch, diesen Erfolg mit einer ganz besonderen Belohnung, einem Siegelring, zu feiern.
Seit geraumer Zeit stand ein Siegelring auf meiner Wunschliste, jedoch war die Unsicherheit groß. Ist so etwas noch zeitgemäß? Wirkt es vielleicht protzig oder überheblich?
Wer meinen Blog verfolgt, kennt den einen Satz der immer wieder zu lesen ist: „haben Sie Mut“. Nun auch ich fasste mir eben diesen Mut und schaute auf dem Heimweg bei dem Experten für besondere Schmuckstücke vorbei.
Das Motiv – oder besser die Gravur– sollte mein Familienwappen sein. Wie man ein Familienwappen bekommt, erläutere ich in einem der folgenden Artikel.
Es dauerte etwa drei Wochen bis der Ring fertig war.
Da lag er nun vor mir. Aus massivem Silber. Groß war er und recht auffällig. Bisweilen nahm ich ihn bei wichtigen Terminen ab. Aber dann hatte ich den Mut, über den ich so häufig schreibe.
Was ist ein Siegelring und was macht ihn so besonders?
Früher war der Sieglering – gleich dem Wappen – dem Adel vorbehalten. Heutezutage darf den Siegelring jeder tragen. Für die Gravur auf dem Siegelring kommen Initialen, Wappen, figürliche Darstellungen aller Art sowie Ornamente ohne Einschränkungen in Frage.
Für die Familienwappen, die in Deutschland Bestandteil des Namensrechtes sind, gilt jedoch, daß diese nur von Mitgliedern jener Familie, die durch direkte Abstammung legitimiert sind und Anspruch auf die Nutzung des Wappens haben, getragen werden. An vielen amerikanischen Bildungseinrichtungen sind Siegelringe als Schulring bekannt und sehr beliebt. Hier gibt es „Klassenringe“ welche mit dem Schulwappen, der Jahreszahl des Schulabschlusses und mit Symbolen beispielsweise für Sportarten oder Künste, die der jeweilige Schüler ausübt, verziert.
Neben dem – eventuell vorhandenen – Ehering war früher der Siegelring der einzige Ring den der Gentleman tragen sollte.
Ein Siegelring wird am Ringfinger getragen. Er ist so zu tragen, dass die Gravur für die Person gegenüber, nicht für den Träger “lesbar” ist. Wenn beispielsweise ein Wappen auf der Ringplatte graviert ist, so zeigt in diesem Fall die Spitze des Schildes von dem Träger weg zum Betrachter. Ob ein Ring an der rechten oder linken Hand getragen wird, hängt von regionalen, konfessionellen oder familienspezifischen Gegebenheiten ab. Bisweilen wird ein Siegelring auch am kleinen Finger getragen.
Sie möchten einen Siegelring tragen? Haben Sie Mut – es lohnt sich!
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Ich würde mich sehr über den Artikel freuen, in dem Sie erklären, wie man ein Familienwappen bekommt!
MfG
@Ahned zeyd Aytac
Ein Familienwappen muss gestiftet werden .. und wenn man rechtlich auf der sicheren Seite sein will auch beglaubigt werden. Also in die Wappenrolle eingetragen werden.
Das ist mit einem hohen kosten aufwand verbunden
Lieber Leser
in der tat ist die Stiftung eines Wappens nicht kostenlos. Der Eintrag meines Wappens in der Rolle hatte mich seinerzeit etwa 120 Euro gekostet. Wenn die Gestaltung von einem Heraldiker übernommen wird, sind die Kosten hier natürlich erheblich größer.
In Kürze werde ich hier einen Bericht schreiben, da das Thema immer häufiger angesprochen wird.
Viele Grüße
Josef Fischer,
Herausgeber
Hallo in die Runde,
die Motivation zum Tragen eines Siegelrings oder die Stiftung eines Familienwappens sind unterschiedlich. Sei es wie hier ein erfolgreicher Geschäftsabschluss oder schlicht die Erkenntnis, dass man nur eine Perle auf der Kette ist. Aus diesem Grund ergibt es Sinn, in die eigene Familie zurückzublicken, ob es schon ein Siegel oder Wappen gab, das nur in den Wirren der Geschichte verloren gegangen ist.
Das Führen von Wappen war ab dem 13. Jhd. auch beim Bürgertum und dem Bauernstand nicht unüblich und so unterschiedlich ist auch die Herleitung der heute noch anzutreffenden Wappen. Bei mir persönlich hat sich das Wappen aus einem Siegelzeichen entwickelt, das zum Kennzeichnen und versiegeln von Tuchballen aus dem 16. Jahrhundert verwendet wurde und das im Laufe der Geschichte um Helm, Helmzier und Helmdecke ergänzt wurde. Bei einem vom Fürsten verliehenen Wappen würde man von Wappenbesserungen sprechen.
Wichtig aus meiner Sicht: Das Wappen und Siegel muss heraldisch richtig sein der Ring sollte ein gepflegtes Understatement des Gentlemans, der ihn trägt, widerspiegeln. Für das Tragen eines Siegelrings braucht weniger Mut als eher das Bewusstsein dafür woher man kommt, wo man gerade steht und wohin man geht, das man in der Lage ist Generation übergreifend zu denken und damit kein Filou ist. Zum Schluss das Tragen eines Siegelrings kann auch ein Familien- oder Wappenring sein, macht einen geraden Rücken, probieren Sie es aus 🙂
Linktipp:
http://www.wappenbuch.de/
https://herold-verein.de/
https://pro-heraldica.de/
Beste Grüße
Hans Weissensand
vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag
Josef Fischer,
Herausgeber